Sanierung der Terrakotten auf der Hofseite des Schlosses

Im Folgenden werden die Ereignisse der Restaurierung der Hoffassade unseres Schlosses dargestellt, dabei werden die aktuellen Ereignisse zuerst erwähnt.

Feierliche Übergabe der Fördermittel am 01.07.2020 um 11:00 Uhr auf unserem Schlosshof

Bericht

Leider konnte ich nicht dabeisein, fand aber viele  Vertreter.  Wismar TV war dabei und machte einen Film. Dieser ist auf YouTube verfügbar und sie finden ihn HIER! Oder sie klicken einfach auf das untenstehende Anfangsbild!

Unten sehen sie die Fotos von Oliver Borchert aus Schwerin. Schauen Sie auch auf seine Website, das sind schon gute, professionelle Fotos, tolle Fotos gibt es dort. Und so sehen auch die Fotos aus, die wir hier in der untenstehenden Galerie sehen.

Und links sehen Sie die wichtigen Personen von links:

Projektkoordinator Christoph Struck, Iris Brincker von der lokalen LEADER-Aktionsgruppe, Sachgebietsleiter Kultur des Landkreises Klaus-J. Ramisch, Landeskonservatorin Dr. Ramona Dornbusch, Manuel Krastel von der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, Vorsitzende des Fördervereins Renaissanceschloss und Museum Gadebusch Bringfriede Weidemann, Bürgermeister Arne Schlien, Friedrich-Wilhelm von Rauch von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.  Klicken Sie auf die einzelnen Bilder, dann sehen Sie auch einen kleinen Text!

Arne Schlien, Bürgermeister der Stadt Gadebusch: „Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Förderern und Unterstützern für das bisher entgegengebrachte Vertrauen in unsere Bemühungen für die Sanierung und Entwicklung des Schlosses Gadebusch. Allen voran möchte ich an dieser Stelle dem Förderverein für seine kontinuierliche Unterstützung danken, die hier und heute mit der Zuwendung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung ausgezeichnet und belohnt wird. Diese Unterstützung wird dazu beitragen, in Zukunft die Terrakotten im neuen Glanz erstrahlen zu lassen, was uns großen Mut für die Zukunft macht.“

 

Friedrich-Wilhelm von Rauch, Stiftungsdirektor der Ostdeutschen Sparkassenstiftung: „Die kunsthistorische Bedeutung von Schloss Gadebusch ist unbestritten, da es mit dem Schweriner Schloss und dem Fürstenhof in Wismar zu den drei herzoglichen Schlössern der mecklenburgischen Backsteinrenaissance gehört. Beeindruckt hat uns aber auch das hohe Engagement der Stadt und seiner Bürger sowie das professionelle Agieren des Fördervereins.“

 

Dr. Ramona Dornbusch die Landeskonservatorin vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, das – wie der Bund – mit 200.000 Euro fördert, fand lobende Worte für die aktuellen Fortschritte zur Bewahrung des wertvollen kulturellen Erbes aus.

 

Iris Brincker von der lokalen LEADER-Aktionsgruppe sowie Klaus-Jürgen Ramisch vom Landkreis Nordwestmecklenburg sprachen ebenfalls von den großen Bemühungen seitens der Stadt Gadebusch und sagten ebenfalls Ihre finanzielle Unterstützung zu.

 

Abschließend hielt die Architektin Katharina Buchwald einen Vortrag über die beachtliche kulturhistorische Bedeutung des Schlosses Gadebusch, über die spätere Nutzung als Kultur- und Bildungsort und gab einen Einblick in die bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen.

Einladung zur feierlichen Übergabe der ersten Fördermittel!

Gadebuscher Münzfest 2018
Gadebuscher Münzfest 2018

Zur feierlichen Übergabe der Fördermittel lädt unser Bürgermeister Arne Schlien ein. Zu der Veranstaltung am 01.07.2020 um 11:00 Uhr auf unserem Schlosshof sind alle Gadebuscher herzlich eingeladen. Wir erwarten hohen Besuch zu dieser Veranstaltung. Um die Sitzplätze ungefähr abschätzen zu können, wird um eine formlose Anmeldung gebeten. Diese kann entweder auf der Kontaktseite erfolgen oder per Mail an Foerderverein@Schloss-Museum-Gadebusch.de.

Die Mitglieder des Fördervereins werden noch gesondert eingeladen.

Zeigen wir unseren Gästen, wie wir Gadebuscher für unser Schloss einstehen und freuen wir uns darauf, bald wieder richtige Feste auf unserem Schlossberg feiern zu können.

Terrakotten auf der Hofseite sollen restauriert werden

Stand am 09.06.2020: Whow - Das Geld steht bereit!

Nachdem der Landkreis Nordwestmecklenburg bereits im Februar dieses Jahres für dieses Bauvorhaben eine Zuwendung bewilligt hatte, hat auch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung dem Antrag des Fördervereins Renaissanceschloss und Museum Gadebusch e.V. zugestimmt.

Dem LEADER-Antrag wird ebenfalls entsprochen, wenn die Stadtvertretung den entsprechenden Beschluss am 22.06.2020 fasst, was als sicher gilt.

Außerdem erreichte die Stadt heute (09.06.20) die Nachricht, dass auch die BKM-Fördermittel bewilligt werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die im Rahmen des BKM-Programms „National wertvolle Kulturdenkmäler“ unterstützt, sagt dazu: „Ich freue mich, dass es mit der Förderung von bis zu 200.000 Euro aus meinem Kulturetat [...] möglich sein wird, einen wirksamen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieses national bedeutenden Baudenkmals in Mecklenburg-Vorpommern zu leisten.“ Dietrich Monstadt, Mitglied des Deutschen Bundestags und gewählt in unserem Wahlkreis hat untenstehende Pressemitteilung geschickt. Für die Mittel des Landes MV vom LAKD (Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern) liegt zwar noch keine schriftliche Mitteilung vor, aber damit rechnen wir jetzt fest.

 

Damit würde der Sanierung des links vom Südgiebel (Wendelstein) liegenden Teiles der Südfassade und des Westgiebels des Renaissanceschlosses in Höhe von ca. 650.000 € nichts mehr im Wege stehen.

Die Leistungen müssen im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

Unten folgt noch eine Einladung anlässlich der feierlichen Übergabe dieser Fördermittel.

Geschichte der Terrakotten

 

 Aus der Restaurierungskonzeption der Restauratoren M.  Zahn und M. Bresin:

 

Die an den Fassaden verbauten Terrakotten stammen überwiegend noch aus der Erbauungszeit des Schlosses in den Jahren 1571 bis 1573. Es wird angenommen, dass man für den Bauschmuck den noch vorhandenen Vorrat an übriggebliebenen Terrakotten von den Schlössern in Wismar und Schwerin verwendete. Ursprünglich stammten aus der Lübecker Werkstatt Statius von Düren. Da die Terrakottaplatten unterschiedliche Formate hatten, glich man in Gadebusch die Höhenunterschiede durch Backsteine aus (siehe: Elke Onnen, 1995). Die Terrakotten am Gadebuscher Schloss sind relativ gut und vollständig erhalten. Aus diesem Grund ist der Bauschmuck besonders wertvoll und verdient größte Beachtung.
1896 hat eine Sicherung der Gesimsabdeckung mit einer dünnen Zementschicht stattgefunden (Claudia Hennrich, 1993). Auf den Fotos vom Ende des 19. Jahrhunderts (F. Schlie, Band II) sind keine Blechabdeckungen auf den Gesimsen vorhanden.
Von 1903 bis 1908 wurden bei der Restaurierung und Überarbeitung der Fassaden durch Landbaumeister Gustav Hamann ein Teil der Terrakotten erneuert und mit dem eingestempelten Herstellungsdatum gekennzeichnet (z. B. 1903). So wurden die Lünettengiebel am südlichen Treppenhaus und am Westgiebel nach einem Stich aus dem 17. Jahrhundert von Merian und in Anlehnung an die alten Giebel des Schweriner Schlosses neu hergestellt. Die Umrandungen der Erdgeschossfenster aus profilierten Terrakotten an der Südfassade stellte Hamann nach Befunden wieder her. Die Binderschichten aus Backsteinen auf den Gesimsen wurden bei den Restaurierungsmaßnahme als ursprünglich (renaissancezeitlich) erkannt, belassen und mit Blechen abgedeckt (siehe: Claudia Hennrich, 1993).
Nach Auskunft eines Bauunternehmers aus Gadebusch wurden die Terrakotten um 1990 an Ost, West und Südseite (Hofseite) mit Wasser und Bürsten gereinigt und anschließend mit Schalungsöl eingestrichen. 1991 erfolgte auf der Nordseite eine Behandlung mit einem wasserabweisenden und atmungsaktiven Imprägnierungsmittel (Siloxan, siehe: Claudia Hennrich, 1993). 
Ursprünglich fasste man die Terrakotten farblich, so wurden Bleiweiß und auch das Blaupigment Smalte als unterste Anstriche nachgewiesen. (siehe Prof. Elisabeth Jägers: Schloss Gadebusch – Fassung Terrakotta, Naturwissenschaftliche Untersuchung an Fassungsproben; 1994)
Ein Anstrich mit Bleiweiß und eine blaue Abfärbung der Rücklagen konnte auch an den Terrakotten am Fürstenhof in Wismar und am Schloss in Schwerin für die Renaissance festgestellt werden. 
Die jüngsten Farbschichtreste auf den Terrakotten in Gadebusch sind rot. Hierbei handelt es vermutlich um eine Farbgebung aus dem 19. Jahrhundert (wahrscheinlich beim Umbau zum Amt und Amtsgericht 1878/79). Den Fugenmörtel zwischen den Terrakotten hatte man zu dieser Zeit ebenfalls rot durchgefärbt. Wenige Reste von diesen haben sich erhalten. Bei den nachfolgenden Sanierungen erfolgten offenbar keine weiteren Anstriche der Terrakotten und keine Durchfärbung des Fugenmörtels. Fotos nach der Sanierung durch Gustav Hamann zeigen, dass der Fugenmörtel nicht mehr dunkel gefärbt war.
Bis heute haben sich kleinere Bereiche mit Fassungsresten auf den Terrakotten erhalten.

 

Analysearbeiten

2018 und 2019 wurde auf unserem Schloss viel gearbeitet. Die Restauratoren (Herr Mathias Zahn und Herr Mathias Bresin)  haben sich das Schloss sehr genau angesehen. U.a. wurde jede Terakotte analysiert., jeder Spalt im Mauerwerk begutachtet. AUf dieser Grundlage wurde u.a. ein Konzept für die Restaurierung der Terrakotten an den verschiedenen Aussenwänden erstellt. So wurden die Terrakotten abhängig vom Zustand in eine von 6 Schadenstufen eingeteilt. Im Folgenden sind einige Beipiele für die Qualität der Terrakotten dargestellt:

Der Aufwand für die Restaurierung jeder einzelnen Terrakotte wurde geschätzt und die Vorgehensweise dabei vorgeschrieben. Es soll ja mal richtig gut aussehen, ähnlich dem Original und lange halten. Die folgende Zeichnung zeigt den Zustand der einzelnen Terrakotten auf einem Teil der Hofseite:

Finanzierung

Die Fassaden des Hauptgebäudes (Renaissanceschloss) wurden in drei Abschnitte geteilt:
1. Fassaden Wendelstein einschl. Stuck und Terrakotten (Portale) innen,
2. Fassaden Süd und West,
3. Fassaden Nord und Ost.

Die Aufteilung soll die Chancen auf Fördermittel erhöhen.

Folgende Maßnahmen sind zur Sanierung vorgesehen:
- Entfernung Altputz + Neuverputz,
- Risssanierung  mit teilweiser statischer Ertüchtigung,
- Terrakottensanierung,
- Instandsetzung + Überarbeitung der Fenster,

 

Aktuell wurden Mittel für den  2. Fassadenabschnitt beantragt, der die Sanierung des links vom Südgiebel (Wendelstein) liegenden Teiles der Südseite und das daran anschließenden Westgiebels beinhaltet. Der Traufbereich am Dach wird dabei noch ausgespart, weil Arbeiten daran gegenwärtig nicht möglich sind.
Die denkmalrechtliche Genehmigung für diese Arbeiten liegt vor.

Dieser Abschnitt wurde ausgewählt, weil vermutlich so die finanztechnisch größten Chancen besteht und weil dieser Abschnitt im Moment den größten „Mehrwert“ bringt. Der Vorteil wäre hierbei eine Verbesserung einer eindrucksvollen Wahrnehmbarkeit von außen und die Verbesserung für die Nutzung der Innenräume hinsichtlich Beleuchtung, Wetterschutz etc.

 

Sicherlich würde viel dringender Geld für die Sanierung der Remise benötigt, aber dort besteht momentan keine Chance auf Fördermittel.

Die jetzt erforderlichen Mittel in Höhe von knapp 650 T€ wurden bei folgenden Institutionen beantragt:
BKM (Bundesbeauftragte für Kultur und Medien),
LAKD (Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern),
Landkreis NWM (10 T€ / bereits zugesagt),

Ostdeutsche Sparkassenstiftung.

Wenn eine Förderung erfolgt, gibt es bis  April noch eine Information, so dass noch 2020 mit dem Bauen begonnen werden kann!