Tag der Geschichte am 22.06.2019

Zusammen mit dem Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde e. V. wurde der Tag der Geschichte initiiert

 

Die Veranstaltung begann mit einer Führung durch das Schloss. Im anschließenden Vortrag der Bauforscher Sabine und Dr. Tilo Schöfbeck wurden die aktuellen Erkenntnisse zur Bauforschung erläutert. Bauforschungsmaßnahmen sind zur Vorbereitung der Baumaßnahmen notwendig und für den Denkmalschutz von großer Bedeutung. Hierbei wurde nicht nur die Gemäuer des Schlossgebäudes selbst beleuchtet, sondern auch das ganze Schlossgelände und die darauf befindlichen Gebäude. Die Gemäuer des Schlosses stammen aus vielen unterschiedlichen Zeitepochen. Bei den Holzbalken sind heute noch Malereien erkennbar. Die Terrakottenarchitektur verglichen die Bauforscher mit anderen historischen Gebäuden, wie das Schweriner Schloss, das Schloss Bützow und den Fürstenhof Wismar, bei denen Terrakotten ebenfalls verwendet wurden. Im Gegensatz zu den hier verbauten Terrakotten, hielt die Dachkonstruktion bei weitem nicht das, was sie versprach. Hier waren, so die Bauforscher, bereits im Erbauungsjahr ersten Reparaturen an der Eichenholzkonstruktion notwendig.

 

Neben dem Schloss wurden die Bauforschungsergebnisse der anderen Gebäude, wie der Remisenbau, das Kutscherhaus und der Schulergänzungsbau (Aula) aufgezeigt.  Wurde bei der Aula-Architektur die Ähnlichkeit zum Schlossbau bewusst geplant? Genau wie beim Schloss gibt es in der Aula auch einen hohen und einen niedrigen Gebäudeteil sowie einen ähnlich angeordneten Eingangsbereich. Diese Architektur war im Gegensatz zur Bundesrepublik in der DDR in den 60er Jahren nicht üblich.


Nach einer Mittagspause gab es 2 weitere Vorträge zum historischen Hintergrund. Steffen Braun (M.A., Potsdam) gab Einblicke in das Leben des Gadebuscher Schlossherren Herzog Christoph von Mecklenburg, zu seinen Vorfahren und Verwandschaftsverhältnissen anderer Herzöge und Administratoren in Mecklenburg und Ratzeburg. Der Livländischen Krieges 1558 und die Eroberungen und Veräußerungen der geistlichen Staaten Livlands in die

Hände von Ostseemächten blieben nicht ohne Folgen für den Herzog Christoph.

Prof. Dr. Matthias Asche aus Potsdam zeigte auf, wie die evangelischen Bischöfe von Ratzeburg im 16. Jahrhundert ins Spannungsfeld von dynastischer Politik und persönlichen Regiment gerieten. Die Domkapitel Schwerin und Ratzeburg wurden ausgiebig beleuchtet. Die Reformation ging in Ratzeburg anders von statten als in Schwerin, was daran lag, dass es in Ratzeburg keine bedeutenden Städte gab,  die die Reformation vorantrieben. Erschwerend kam dazu, dass es zu dieser Zeit keine feste Kirchenordnung in Ratzeburg gab.

 

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Führung durch die Gadebuscher Kirche.