Info-Veranstaltung zum Gadebuscher Renaissanceschloss

Ca. 40 Interessierte waren in der Aula, als der Bürgermeister Arne Schlien die Veranstaltung eröffnete.

40 sind aus meiner Sicht sehr wenig. Lag es an der Uhrzeit (17:00 Uhr) oder war es zu wenig bekannt oder war es einfach Desinteresse, ich weiß es nicht. Schade.

Wenn ich mir den Stil der Veranstaltung so vorstelle, denke ich an Steve Jobbs und Apple, der auch aus jeder Ankündigung von Neuigkeiten immer eine Show machten. Und das war es am Donnerstag auch, richtig gut gemacht.

Der Bürgermeister erklärte noch mal die Begrifflichkeiten: Das Gebäude auf dem Schlossberg heißt weiterhin "Renaissanceschloss Gadebusch" und das Projekt, das aus dem lange schlafenden Schloss ein pulsierendes Zentrum für Kultur und Bildung machen soll, heißt

"ZukunftsSchloss Gadebusch - musisch. magisch. mittendrin."

Als Erstes wurde nochmal die Jury und deren Arbeit vorgestellt, die unsere Stadtvertretung vor geraumer Zeit mit der Aufgabe betraut hat, ein Logo und das Corporate Identity für das Projekt auszuwählen. Die Jury ist inzwischen zu einer Arbeitsgruppe geworden und hat inzwischen ca. 20 Mal getagt, in Coronazeiten auch digital  und folgende Ergebnisse geliefert:

  • Den Name des Projektes:
    "ZukunftsSchloss Gadebusch - musisch. magisch. mittendrin."
  • Das Maskottchen für das Projekt:
    Der Trommler in neuem Design (mit bewusst gewählten zu kurzem grauen Anzug und ansonsten den Farben des Projektes - siehe unten)
  • und das Logo (siehe unten).

Und der Trommler führte dann im Weiteren durch die Veranstaltung.

Ob das Logo und der Trommler gefallen, muss jeder für sich entscheiden.

Hier rechts die Arbeitsgruppe. Jedes Mitglied der Gruppe berichtete in Form eines Interviews über einzelne Details der Arbeit. 

 

Dann stellte federführend Karl Heinrich Wendorf  einiges aus dem Konzept für das Schloss vor.

Das untere Bild stellt die 6 Ebenen dar, die im Folgenden kurz betrachtet werden.

  1. Der Schlossberg der Stadt Gadebusch bzw. das Denkmal ist offen für alle:  für jedes Alter, für alle Interessengruppen, für alle Gadebuscher und den Rest der Welt. Barrierefreiheit und Inklusion sind selbstverständlich.
  2. Die Remise wird ein Bürgertreff für die Gadebuscher und ihre Freunde und der Ostanbau wird eine öffentliche Tourist-Info für alle Freunde der Gadebuscher, alle sind willkommen.
  3. Es engagieren sich im Schloss verschiedene Vereine, Ziel ist es, das Schloss durch Engagement zum Besuchermagnet zu entwickeln.es sollen alle mitgenommen werden, die es wollen, ob sie ihre Arbeitskraft, ihr Wissen, ihr Organisationstalent oder auch  ihre Spende  einbringen. Es gilt, alle zusammenzubringen.
  4. In der Akademie können Mitglieder von Orchestern oder auch ganze Orchester vor allem aus Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam üben oder einfach nur einige Tage gemeinsam verbringen, Chöre können üben, Musiklehrer  und Erzieherinnen und Erzieher sich weiterbilden und vieles mehr. Das ist zwar nicht kostenlos, aber auch nicht kostendeckend. Nach Fertigstellung ist das Kutscherhaus als Pension nutzbar. Bis dahin sollen Gadebuscher Hotels genutzt werden. Die Akademie betrachte ich als Kernstück.
  5. Conny Kühne-Neumann stellte Ideen für das Museum vor, z.B. eine Münzprägestation, Mitmachstationen und vieles mehr.
  6. Unsere Gadebuscher Managerin für Kultur und Touristik berichtete, wie Veranstaltungen bereits beginnen, zur Tradition zu werden: Picknickkonzert, Baustellenkonzerte, Musikcamp usw. Und diese vielen Veranstaltungen können nicht nur die Gadebuscher erleben und genießen.

Christoph Struck berichtete, dass für das Schloss aktuell ca. 11 Millionen € bereitstehen, davon sind 9,8 Mill. € Fördergelder und ca. 1,3 Millionen € Mittel der Stadt. Er rechnet insbesondere angesichts jüngster Preissteigerungen mit einem Bedarf von ca. 30 Millionen €,

2020 wurden Heizung in der Aula und die neue Treppe hinter der Aula fertiggestellt,

2021 wird die Hoffassade neu gestaltet und

2022 wird mit dem Empfangsbereich und ggf. mit der Remise begonnen.  Die Restaurierung des Kutscherhauses ist noch offen.

Die Stadt hat beantragt, mit den Gebäuden auf dem Schlossberg wieder der Städteförderung beizutreten. Es ist jedoch immer der Eigenanteil der Stadt zu berücksichtigen. Der muss bezahlbar bleiben.

Der Bürgermeister berichtete, dass sich die Stadtvertreter auf der Sitzung am 18.10.21 ausschließlich mit der Entwicklung unseres Schlosses beschäftigen werden. Das Ziel ist dann, nach der Regierungsbildung zusammen mit dem Kreis an die Landesregierung heranzutreten und diese aufzufordern, sich für die Landesmusikakademie zu engagieren.

Zum Schluss des offiziellen Teils der Veranstaltung wurde um Diskussion gebeten:

  • Ein Lehrer des Schweriner Goethegymnasiums (Musikgymnasium) sagte, dass er und sein Rostocker Kollege sich schon sehr auf die Fertigstellung einer Landesmusikakademie freue. Aktuell nutzen beide Musikgymnasium Angebote in Schleswig-Holstein für Weiterbildungen der Chöre u.a. Das Geld sollte doch in MV bleiben. Auch die Lehrerweiterbildung könne dann in MV stattfinden.
  • Herr Rudi Pieper fragte, ob es bereits konkrete Signale der Landesregierung zur Finanzierung einer Landesmusikakademie gäbe und ob es einen Plan B gäbe, falls das Land eine Finanzierung ablehne.  Diese beiden wichtigsten Fragen wurden nach meinem Verständnis mit NEIN beantwortet. Schade!

Zum Abschluss gab es für jeden ein kostenloses Getränk und die Besucher konnten leckere Kürbissuppe und Getränke kaufen.

Es war eine gelungene Veranstaltung.

H.Meyer